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MIR EINE WOHNUNG EIN!
Das klin g t so ganz nach vergangenen Zeiten. Die
ein e n rich te te n sich da n n g a n z m o d e rn „ k a u Â
kasisch N u ß b a u m " ein, die anderen v ie lle ich t
„ a n t ik " und d e r D ritte in e in e r ra ffin ie rte n
M ischung von m odern und antik. Dieser A rt ProÂ
blem stellung sind w ir nun enthoben, und v ie lle ich t
h a t das sein Gutes. Jedes Ding muß heute d re im a l
in die Hand genom m en und an den rechten Platz
g e s te llt w erden. So entsteht zunächst w ie d e r eine
O rd n u n g , A b e r d a rü b e r hinaus b ie te n sich dem
A nspruchsvollen M ög lichke ite n . Diese M ö g lich Â
keiten, zu denen w ir hier einige Anregungen geben,
entstehen durch Spaß an der Sache, und dem Spaß
S, X- , w ird geholfen durch Geschmack und ErfindungsÂ
geist. Das ist nicht jederm anns Sache, und Frauen
lie g t es m eh r als M ä n n e rn . Es h a n d e lt sich h ie r
um D etailkunst und um die G abe zur K om biÂ
n a tio n . Es h a n d e lt sich w e ite r um A u s d a u e r, Fleiß
und H inter-den-D ingen-her-sein und um ein w a ch Â
sames A uge, etwas Erschwingliches zu entdecken
und aus w e n ig e tw as zu machen. Und es h a n d e lt
sich schließlich um d ie F ä h ig k e it,Farben und
Formen zu sehen und eine Illusion von Schönheit
erzeugen zu können, die m ehr w e rt sein kann, als
d ie te u erste fe rtig e E inrichtung vo n frü h e r. Es ist
d a m it eine Schönheit gem eint, die auch d o rt sein
ka n n , w o d ie W ä n d e noch Risse haben o d e r w o
d e r M au re r noch nicht die Decke geputzt hat. D ie
Zeiten des „H errenzim m ers" und der „G uten Stube"
sind G o tt sei D a n k v o rb e i. N o ch ist es nicht soÂ
w e it, daß w ir an dieser Stelle von einem künftigen
W o h n id e a l sprechen können. Unser Thema heißt
h e u te , w ie richte ich m ir e in e W o h n u n g , d. h. ja
w o h l im a llg e m e in e n ein Z im m e r , so e in , d a ß ich
d a rin essen, schlafen, evtl. kochen und auch G äste
em p fa n g e n kann. Das ist ein sehr um fangreiches
Them a. Und je beschränkter unser Lebensraum ist,
desto u m fangreicher w ird dieses Thema, das in
jedem Falle im m er neue und in d ivid u e lle Lösungen
zuläß t. Unsere A bsicht ist, Ihnen heute einige d a Â
von zu zeigen und A n regungen zu geben. F*
Aufnahm en: U llm ann in der W ohnung von Frau M anon Hahn
Der Frisierspiegel ist ein Prunkstück, den natürlich nicht jeder
hat. Aber das allein macht s nicht. W ie reizend sieht der
prim itive Hocker davor aus, nur durch das kleine Kissen, das
darauf paßt. Zwei geschenkte Blumenkübel wurden bemalt
und sind jetzt herrliche Sitzmöglicnkeiten, wenn man Gäste
hat. Dazu die A rt, die W and mit Bildern zu beleben,
und man vergißt ganz, daß die W ohnung noch nicht repaÂ
riert wurde, Rechts: Der Tür, die durch eine nischenartig
vorgebaute W and verdeckt w ird, fehlte die Holzfüllung. DaÂ
für wurde Pappe genommen und mit Landkaiten beklebt.

