Page 5 - Seiten aus UBER15A013060
P. 5
liehe Psyche langsam zu b e g re ife n b eginnt — dies
a lles e rw eckt in ihm w ie d e r eine R itterlichkeit und
Z a rth e it — w ie er sie a lle n fa lls noch seiner ersten
Liebe e n tg e g e n b ra ch te , d ie ihn das rauhe Leber»
schon längst vergessen ließ.
Väter m it jungen, erwachsenen Töchtern finden
immer, daß die jungen M änner „v o n heute" natürÂ
lich g ro b e , ungeschliffene Burschen sind. Sie
denken in ihrem In n ern : W a s für ein M ä d e l! # n d
suchen ihre huldigende Nachsicht hinter der
liebensw ürdigen Geste eines h ilflosen Achselzuckens
zu ve rb e rg e n . Und ohne d a ß sie es m erken, sind
sie N a c h fa h re n jener A rtu sh elde n , d ie in d ie W e lt
auszogen, um schwache Frauen zu beschützen
Die Töchter, die dies alles mit ihrem aus w e ib Â
licher Koketterie, scheinbarer Schutzbedürftigkett
und n a türlich e r Frische gem ischten Liebreiz zuÂ
stande b ring e n , verstehen es nicht immer ganz und
finden ihren Vater bestenfalls „g ro ß a rtig " und
„a n s tä n d ig ". A b e r sie ahnen und spüren unÂ
bew ußt, was es m it der R itterlichkeit, mit d e r
selbstlosen Verehrung und dem aus W o h lw ollen,
Zärtlichkeit und Güte gemischten kam eradschaftÂ
lichen P atronat a u f sich hat und tra g e n eine
d a n k b a re E rinnerung d a ra n mit sich durch ih r
ganzes Leben.
W e n n d ie M ä n n e r w üß ten, w ie gut es ihnen steht,
ein ve rka p p te r Ritter zu sein, vielle ich t w ürden
sie es nicht nur a u f den Z u fa ll ankom m en lasser»,
eine erwachsene, reizende Tochter zu haben, sonÂ
dern w ürden auch der eigenen, mit ihnen geÂ
alterten Frau dann und wann einen Veilchenstrauö
m itbringen. Denn was ist R itterlichkeit anders, als
anteilnehm ende Verehrung, ein Bekenntnis zu r
M enschlichkeit. Jede Frau v e rd ie n t in ihrem müheÂ
beladenen A llta g ab i/nd zu eine kleine Huldigung,
auch noch nach zw a n zig jä h rig e r Ehe, auch noch
dann, wenn der G egenstand der Huldigung nicht
O b e n : A ndrei W yschinski, stellvertretender A ußen mehr durch Jugend oder Schönheit besticht, sonÂ
m inister de r UdSSR, scheint d e r Typ des «reizenden
P apas' zu sein. D aneben seine Tochter. R e c h t s : C urie dern durch den herberen Schmelz der Reife und
Lie ist d ie rechte H a n d ihres V aters Trygve Lie, des
G en e ra ls e kre tä rs de r U N , und hilft ihm bei seinen des Alters. Gisela Ulnch
A rb e ite n im Hurch-House, W estm inster-London. U n -
l e n ; H enry W a lla c e bei einer Rundfunkansprache.
O ffensichtlich w a r seine Tochter Jean bei den V o rÂ
bereitung en unentbehrlich. R e c h t s u n t e n : W e r
ist b e rü h m te r, D o m in iq u e o d e r P ierre B la n ch a rd —
Tochter o d e r V a te r? Beide sind Schauspieler, sogeÂ
na n n te L ieb lin g e des Publikum s — sie a u f der Bühne,
er im Film
A u fn .: A -P-Foto (4), Ege, U -P-Foto, Illus, Ifa , O tto Laur
M'
â–

