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liehe Psyche langsam zu b e g re ife n b eginnt — dies
                                                                            a lles e rw eckt in ihm w ie d e r eine R itterlichkeit und
                                                                            Z a rth e it — w ie er sie a lle n fa lls noch seiner ersten
                                                                            Liebe e n tg e g e n b ra ch te , d ie ihn das rauhe Leber»
                                                                            schon längst vergessen ließ.

                                                                            Väter m it jungen, erwachsenen Töchtern finden
                                                                            immer, daß die jungen M änner „v o n heute" natür­
                                                                            lich g ro b e , ungeschliffene Burschen sind. Sie
                                                                            denken in ihrem In n ern : W a s für ein M ä d e l! # n d
                                                                            suchen ihre huldigende Nachsicht hinter der
                                                                            liebensw ürdigen Geste eines h ilflosen Achselzuckens
                                                                            zu ve rb e rg e n . Und ohne d a ß sie es m erken, sind
                                                                            sie N a c h fa h re n jener A rtu sh elde n , d ie in d ie W e lt
                                                                            auszogen, um schwache Frauen zu beschützen

                                                                            Die Töchter, die dies alles mit ihrem aus w e ib ­
                                                                            licher Koketterie, scheinbarer Schutzbedürftigkett
                                                                            und n a türlich e r Frische gem ischten Liebreiz zu­
                                                                            stande b ring e n , verstehen es nicht immer ganz und
                                                                            finden ihren Vater bestenfalls „g ro ß a rtig " und
                                                                            „a n s tä n d ig ". A b e r sie ahnen und spüren un­
                                                                            bew ußt, was es m it der R itterlichkeit, mit d e r
                                                                            selbstlosen Verehrung und dem aus W o h lw ollen,
                                                                            Zärtlichkeit und Güte gemischten kam eradschaft­
                                                                            lichen P atronat a u f sich hat und tra g e n eine
                                                                            d a n k b a re E rinnerung d a ra n mit sich durch ih r

                                                                            ganzes Leben.

                                                                            W e n n d ie M ä n n e r w üß ten, w ie gut es ihnen steht,

                                                                            ein ve rka p p te r Ritter zu sein, vielle ich t w ürden

                                                                            sie es nicht nur a u f den Z u fa ll ankom m en lasser»,

                                                                            eine erwachsene, reizende Tochter zu haben, son­

                                                                            dern w ürden auch der eigenen, mit ihnen ge­

                                                                            alterten Frau dann und wann einen Veilchenstrauö

                                                                            m itbringen. Denn was ist R itterlichkeit anders, als

                                                                            anteilnehm ende Verehrung, ein Bekenntnis zu r

                                                                            M enschlichkeit. Jede Frau v e rd ie n t in ihrem mühe­

                                                                            beladenen A llta g ab i/nd zu eine kleine Huldigung,

                                                                            auch noch nach zw a n zig jä h rig e r Ehe, auch noch

                                                                            dann, wenn der G egenstand der Huldigung nicht

O b e n : A ndrei W yschinski, stellvertretender A ußen                     mehr durch Jugend oder Schönheit besticht, son­
m inister de r UdSSR, scheint d e r Typ des «reizenden
P apas' zu sein. D aneben seine Tochter. R e c h t s : C urie               dern durch den herberen Schmelz der Reife und
Lie ist d ie rechte H a n d ihres V aters Trygve Lie, des
G en e ra ls e kre tä rs de r U N , und hilft ihm bei seinen                des Alters.       Gisela Ulnch
A rb e ite n im Hurch-House, W estm inster-London. U n -
l e n ; H enry W a lla c e bei einer Rundfunkansprache.
O ffensichtlich w a r seine Tochter Jean bei den V o r­
bereitung en unentbehrlich. R e c h t s u n t e n : W e r
 ist b e rü h m te r, D o m in iq u e o d e r P ierre B la n ch a rd —
Tochter o d e r V a te r? Beide sind Schauspieler, soge­
na n n te L ieb lin g e des Publikum s — sie a u f der Bühne,

                                           er im Film

A u fn .: A -P-Foto (4), Ege, U -P-Foto, Illus, Ifa , O tto Laur

                                                                        M'

                                                                                           â– 
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