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w r w o lle n ehrlich sein und des­
halb schreiben w ir noch ganz bew ußt
„p la n e n ". Denn noch läu ft der Export
der Berliner M od e ll-K o n fe ktio n nicht
a u f „T o u re n ", w ie er es einstm als ta t.
Unser E xport w a r fü r uns eine sehr
bedeutende Deviseneinnahm e, und
w as das bedeutet, wissen w ir heute
m ehr denn je. Schweden, Schweiz,
U ngarn w aren — um nur einige Län­
der herauszugreifen — die G roß ein­
käufen Unsere M oden w aren inter­
n a tio n a l k o n k u rre n z fä h ig im M a te ria l,
in d e r Linie, im Preis. Und sie b ra ch ­
ten uns letzten Endes nicht nur das
w ünschensw erte G e ld ein, sondern sie
w a ren auch zugleich eine Reklame fü r
uns. Eine sozusagen in te rn a tio n a le
fo rtla u fe n d e Modenschau, die unser
K önnen und unsere Ideen in d e r W e lt
de r M ode bekannt machte, verbunden
m it dem Beweis eines technischen
resp. handw erklichen Könnens.

Im Kriege hat dann der Export na tur­
gemäß stark gelitten und ging daher
rapide zurück. Das Rohm aterial fehlte
ebenso wie die dereinstigen A bsatz­
gebiete. N u r diejenigen Häuser, die
vo n jeher m it Schweden in besten
V erbindungen standen, versuchten,
d o rth in so la n g e als es irg en d m ö g ­
lich w ar, wenn auch in beschränktem
M aß e, zu liefern.

D a h e r ist es auch nicht ve rw u n d e rlich ,
daß Schweden w ohl m it das erste
Land ist, das e in ig e n seit frü h e r
bestens bekannten Häusern der Ber­
lin e r M od e llko n fe ktio n die ersten
A u fträ g e g ab. Sie w u rd e n a u f d e r
Messe H annover ge tätig t. Die V e r­
bindungen bestanden a lle rding s schon
vorher.

 E xport ist aber nicht so einfach, w ie
 m an es sich als Laie v ie lle ic h t v o rz u ­
s te lle n b e lie b t. Es g e h öre n erst e in ­
 m al die Rohstoffe dazu, die w ir von
 uns aus nicht haben. Sie m üßten uns
 also vom Ausland g e lie fe rt w erden.
 Denn Länder w ie Dänem ark usw.
 wünschen lediglich Kleider, M äntel,
 Kostüme aus reinen W o lle n oder
 Seiden zu erw erben.

 A u ß e rd e m g e h ö rt, um in in te rn a tio ­
 nale Konkurrenz treten zu können,
 die Verbindung mit der W e lt. Man
 muß wissen, und zw a r nicht nur durch
 Berichte, sondern durch Erkundigun­
 gen am Fleck selbst, w as d ie anderen
 L ä nder b ie te n, um sich einen Eindruck
 zu schaffen, w as sie wünschen. A u f
 einer einsamen Insel M ode fa b riz ie ­
 ren zu w o lle n , ist ein unrentables
 U n terfangen! W enn man nicht ge-
 nauestens den Geschmack der ande­
 ren W e ltb e w o h n e r kennt, die man zu
 beliefern gedenkt.

 Zu jeder A rb e it gehören außerdem
 g e ü b te Fachkräfte. Auch da g ib t es
  noch manche S ch w ie rig ke ite n. Es
 scheint an w irklich bestens geschultem
  N achw uchs in d e r S chneiderbranche
  noch zu fehlen. Und nur das Beste ist
  fü r den E xport m öglich, zum al es so­
  zusagen eine V is ite n k a rte vo n uns
  fü r drauß en ist.
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